Archive for the ‘ Umweltpolitik ’ Category

Mittagskolloqium EUT: Gabriela Blatter -
 das Klima Abkommen von Paris

21.06.2016 by

koloquiumWieder einmal gab es ein spannendes Kolloqium für EUT-Studierende in der Mittagspause. Es wurde von der Mathematikdozentin Prof. Dr. C. Beneduce organisiert. Eingeladen war Frau Gabriela Blatter vom Bundesamt für Umwelt (BAFU).  Frau Blatter war Teil der Schweizer Delegation bei der Klimakonferenz 2015 in Paris und Hauptverhandlerin für den Bereich „Finanzierung“. Mit ihr konnten wir in die politischen und technischen Tiefen einer solchen Konferenz eintauchen. Das Interesse der Studierenden war so gross, dass mehr als 90 EUT Studierende auf ihre Mittagspause verzichteten und den interessanten Ausführungen lauschten. Frau Blatter zeigte zuerst den Weg zur Klimakonferenz auf, bevor sie auf deren Erfolg zu sprechen kam. Einige Details zeigten auch die politische Dimension solcher Verhandlungen auf.  Frau Blatter gab uns alle grosses Vertrauen und weckte grosse Hoffnung in uns, dass wir durch die junge Generation bei solchen wichtigen und langfristigen Interessen hervorragend im Ausland vertreten werden.

von Dipl.Ing. Klaus Eisele

Die Wissenschaftler haben ihre Arbeit getan, gefordert sind nun die Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft

05.11.2014 by

So könnte man die eben veröffentlichte Zusammenfassung des fünften IPCC-Berichtes (Intergovernemental Panel on Climate Change) auf den kürzesten Nenner bringen. Er stellt einmal mehr fest:

  • Die Erwärmung des Klimasystems seit 1950 ist eindeutig , die Atmosphäre und die Ozeane sind wärmer geworden, Schnee und Eis haben abgenommen und die Meeresspiegel sind angestiegen
  • Der menschliche Einfluss auf das Klimasystem ist klar, die Emissionen von Treibhausgasen sind grösser den je und sind mit grösster Wahrscheinlichkeit die hauptsächliche Ursache für die Klimaerwärmung.
  • Klimaveränderungen beeinflussen bereits heute Natur und Menschen auf allen Kontinenten und Meeren, extreme Wetterereignisse werden häufiger.

Der Bericht zeigt aber auch, noch lässt sich die Zunahme der globalen Temperatur begrenzen und katastrophale Klimaveränderungen abwenden. Die Wissenschaftler zeigen den Weg: bis 2050 müsste der Ausstoss von Treibhausgasen weltweit auf die Hälfte und bis zu Ende des Jahrhunderts auf null gesenkt werden. Und wir haben keine Zeit mehr, mit jedem Jahr des Zuwartens werden die langfristigen und bleibenden Veränderungen im Klima gravierender.

Thomas Stocker, Schweizer Klimaforscher an der Universität Bern, fordert eine eigentliche 4. industrielle Revolution, nach der Mechanisierung, der Elektrifizierung und der Digitalisierung nun die Erneuerbarisierung. Und er sieht dies als riesige Chance. Bei allen früheren industriellen Revolutionen hat der Wandel immer auch neue Gelegenheiten, neue Arbeitsplätze und damit auch neuen Wohlstand generiert.

Noch lassen sich die Folgen des Klimawandels begrenzen, aber wer die Klimapolitik der letzten Jahre beobachtet hat, der zweifelt am Willen der Gesellschaft, diesen Weg ernsthaft zu gehen. Die Dringlichkeit der notwendigen Massnahmen und das Schneckentempo des realen Klimaschutzes klaffen immer weiter auseinander. Der vorliegende neueste Bericht wird sicher ein Thema sein an den nächsten Klimakonferenzen in  Lima (2014) und Paris (2015). Wir sind gespannt, ob unsere Entscheidungsträger endlich bereit sind, die langfristigen Zukunftaussichten der Menschheit höher zu werten, als einige kurzfristige Annehmlichkeiten.

 

 

Für eine nachhaltige und ressourceneffiziente Wirtschaft

18.09.2014 by

Vor ziemlich genau zwei Jahren reichte die Grüne Partei der Schweiz eine Initiative ein, mit der die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft in der Bundesverfassung verankert werden sollen. Nur so können nicht nur der Energieverbrauch sondern der Verbrauch aller natürlichen Ressourcen erheblich gesenkt werden. Und dies ist eine notwendige Voraussetzung für die längerfristige Zukunftsfähigkeit unserer Lebensform, unseres Wohlstandes und unserer Gesellschaftsordnung.

In der heutigen Welt mit immer kurzlebigeren Produkten und immer schnelleren Innovationszyklen muss Umweltpolitik verstärkt als Ressourcenpolitik betrachtet werden. Der Blick soll nicht nur auf die schädlichen Emissionen, sondern verstärkt auf die schonende und effiziente Verwendung der Ressourcen selber gerichtet werden. Produkte am Ende ihres (häufig sehr kurzen) Lebenszyklus müssen dringend wieder in den Stoffkreislauf zurück geführt werden.

Staenderat

Nachdem die vorberatende Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie die Initiative noch abgeleht hat und auf den Gegenvorschlag des Bundesrates gar nicht eintreten wollte, hat der Ständerat heute wenigstens beschlossen, das Thema auf der Traktandenliste zu behalten und den Gegenvorschlag zur Überarbeitung an die Kommission zurück  zu schicken.

Wie lange dauert es wohl noch, bis auch unsere Bundesparlamentarier verstehen, dass nur  ressourceneffizientes Wirtschaften zukunftsfähig ist und gerade deshalb alle Massnahmen zur  Steigerung der Nachhaltigkeit im speziellen Interesse unserer Wirtschaft sind?