Energie- und Umwelttechnik

Allgemein Archive

Jun 07
Das Projektteam mit Fachcoach und Auftraggeberschaft, v.l.n.r. Maurice Jutz, Philipp Uhlamnn, Joel Godat, Marie-Josée Mona, Gabriel Schöpfer, Marina Zimmermann, Markus Amsler

Wer im unteren Fricktal wohnt, kann seit Oktober 2016 alle zwei Wochen seinen Kunststoffsammelsack vor die Haustür stellen. Ausser PET-Flaschen, Käse- und Fleischverpackungen darf aller Plastik in den gelben Sack geworfen werden. Gleich zwei EUT-Studierendenteams haben den Recyclingprozess im vergangenen Jahr untersucht.

Lohnt sich Kunststoff-Recycling energetisch? Welchen Weg nimmt der Sack, nachdem er vor der Tür eingesammelt worden ist? Welche Stoffe werden rezykliert und welche verbrannt? Diese und weitere Fragen des Gemeindeverbands Abfallbewirtschaftung Unteres Fricktal (GAF) haben verschiedene Studien an der FHNW bereits bearbeitet. Vergangenen Februar konnte Thomas Heim, emeritierter Professor für Ressourceneffizienz, die erste Frage mit «Ja» beantworten.

Es lohnt sich auf jeden Fall, Plastik zu recyceln. Je besser zudem der Reinheitsgrad des Sammelgutes – einheitliche Kunststoffarten und wenig Verunreinigung – desto einfacher die Sortierung und der Grad der Wiederverwertung. Als zweitbeste Lösung, so Heim, gilt die thermische Verwertung in der KVA oder im Zementwerk. Das Kunststoffrecycling des GAF wurde fortgesetzt; im unteren Fricktal werden in 16 Gemeinden also weiterhin gelbe Säcke gesammelt.

Grosser Markt fürs Recycling

In die Evaluation des «GAF»-Projekts involviert waren auch zwei Studierendenprojekte im Studiengang Energie- und Umwelttechnik (EUT). Im vergangenen Sommer hat ein Team die Stoffflüsse analysiert, eine Energiebilanz erstellt und zudem die Bevölkerung nach ihrer Meinung zur Kunststoffsammlung befragt. Das Fazit damals: Die Bevölkerung begrüsst den gelben «Plastiksack».

Im Frühlingssemester 2019 nun hat ein vierköpfiges Team den Weg des Kunststoff-Sammelsacks aufgezeichnet. «Der Recycling-Markt ist komplex», sagte die Projektleiterin Marie-Josée Mona anlässlich der heutigen Abschlusspräsentation in Anwesenheit der Auftraggeberschaft (GAF), Markus Amsler und Marina Zimmermann.

Aus Alt mach Neu

Rund 50 bis 60 Prozent des gesammelten Kunststoffs lassen sich wiederverwerten, hat das Team herausgefunden. Nach der Sortierung des Sammelsacks werden die verwertbaren Teile gemahlen und regranuliert. Anschliessend werden die Granulate an Firmen verkauft, die daraus Produkte wie Rohre, Büroablagen, Kisten oder Autozubehör erstellen. Das Team um Mona kam ebenfalls zum Schluss, dass die momentan gewählten Anbieter die ideale Kombination ausmachen.

Der Weg des Kunststoffes vom Sack zum neuen Produkt: Poster zum Projekt im Frühlingssemester 2019.

May 23

Wer einem hochverglasten Gebäude wohnt oder arbeitet, weiss: Die Haussteuerungen sind so intelligent wie die Leute, die sie programmiert haben. Im Fach «Thermische Gebäudesimulation» (thge) lernen EUT-Studierende das Zusammenspiel von Gebäudehülle, Gebäudetechnik und Nutzung. Ziel ist es immer, den Komfort der Nutzer sicherzustellen und dabei den Energiebedarf nicht aus den Augen zu verlieren.

Dozentin Monika Hall erklärt, worum es im Modul «thge» geht.

Wann gehen die Storen hoch, wann runter? Wo montiere ich die Storen? Wann und wie lange muss das Klimagerät kühlen? All dies sind Fragen, mit denen sich Gebäude-Spezialistinnen und -Spezialisten auskennen – und es sind Fragen, die beispielsweise in «thge» behandelt werden. Im Rahmen des Fachvertiefungsmoduls im sechsten Semester lernen Studierende, wie sie Modelle komplexer Gebäude erstellen können, die ganz unterschiedliche Daten dynamisch berücksichtigen.

Kritische Prüfung ist zentral

«Eine Simulation gibt immer ein Resultat», sagt Dozentin Monika Hall. Die Kunst dabei ist es, das Resultat kritisch zu prüfen. Dafür sei es wichtig, über solides Grundwissen in Bauphysik zu verfügen. Die Dokumentation des Modells, der Simulation und der Resultate ist ihr ein besonderes Anliegen. Denn Simulationsergebnisse dienen oft als Entscheidungsgrundlage. Mit einer guten Dokumentation kann schliesslich im Laufe der Planung das Modell verfeinert werden.

Verbindung von Praxis und Theorie

Ab der ersten Semesterwoche führen die Studierenden anhand konkreter Fallbeispiele Gebäudesimulationen durch. Dafür wird die Software IDA-ICE verwendet. «Sobald die Studierenden das Programm verstanden haben, macht es ihnen Spass», sagt Hall. Wird nur ein Parameter im Modell geändert, ist im Ergebnis sofort dessen Einfluss sichtbar; zum Beispiel auf die Raumtemperatur, auf die CO2-Konzentration oder auf den Heizenergiebedarf. Mit jeder Simulation sammle man Erfahrung und übe nach und nach die Fähigkeit, konkrete Optimierungen am Gebäude vorzuschlagen, sagt Hall.

May 20

Vergangenen Freitag hat eine Gruppe von EUT-Studierenden den Windpark “Verenafohren” bei Tengen (D) besucht. Es herrschte Hochdruckwetter, die Turbinen standen daher still. Klaus Eisele, der den Ausflug für den Studiengang organisierte, meinte dazu: “Die Windstille zeigte einerseits, dass die erneuerbaren Energien sehr volatil sind. Andererseits liess sich erahnen, dass Solar- und Windenergie sich in unserer Gegend energetisch ergänzen.”

Die Teilnehmenden vor einer der Windturbinen. Bild: KE.

May 14

“Wenn wir das 1,5- oder das 2-Grad-Ziel erreichen, dann können wir den Schaden massiv eingrenzen”, sagte Gabriela Blatter vom Bundesamt für Umwelt (BfU) anlässlich ihres heutigen Referates im Campus Brugg-Windisch. Rund 50 EUT-Studierende und -Dozierende waren gekommen, um den Ausführungen der Hauptverhandlerin der Schweiz für internationale Klimafinanzierungsfragen beizuwohnen.

Gabriela Blatter referiert über die Verhandlung in Kattowice im Dezember 2018. Bild: RW.

Wie sehen die politischen Bemühungen, den Klimawandel abzuwenden, konkret aus? Wie verläuft eine erfolgreiche Verhandlung? Wie kommt man zu einem Konsens? Blatter hat die Antworten auf diese Fragen alle “on the job” gelernt, wie sie selber sagte.

Der Zertifikaktenhandel als Knacknuss

Nach einem kurzen Überblick über die Welt-Klimakonferenzen seit 1979 ging Blatter bei ihrem Referat vertieft auf die Konferenzen in Paris 2015 und Kattowice 2018 ein. Das Abkommen von Kattowice ist für Blatter erfolgreich. – Mit der Ausnahme der Uneinigkeit bezüglich der Marktmechanismen. Sollen Doppelzählungen bei Kompensationszertifikaten gelten? Diese Diskussion ist nach wie vor zu führen.

Die Führung solcher Diskussionen ist denn auch die grosse Kunst der Verhandlerin, die an der ETH Chemie studiert hat. Sie habe 35 Arten von “Nein” im Repertoire. In den Verhandlungen werde aus einem sanften Nein häufig doch noch ein Ja. Zudem sei eine gute – auch persönliche – Beziehung zu den Verhandlungspartnern entscheidend. So entsteht Vertrauen und schliesslich die Möglichkeit für erfolgreiche Verhandlungen. “Verhandlungsführung ist 90% zuhören und 10% sprechen”, sagt Blatter.

Ein bisschen wie Poker

Die Fragen der Studierenden zielten denn auch auch auf die Inside-Stories ab. Was sagt man an einer Verhandlung und was nicht? Wer bezieht zu welchen Themen Stellung? Wie vereint man die persönliche Meinung mit der Position des Landes? “Wenn ich Klimaleugnerin wäre, würde ich wohl nicht in dieser Delegation arbeiten”, sagte Blatter augenzwinkernd. Sie schätzt, dass sie hinter rund 90 Prozent der Positionen, die sie vertreten muss, steht. Die Schweiz dürfe durchaus ambtionierter sein, findet sie. “But we’ll geht there.”

May 12

Vergangenen Freitag gaben drei ehemalige Studierende im Rahmen von “EUT-Berufspraxis” Einblick in ihren Berufsalltag. Rund 50 Studierende und Ehemalige waren vor Ort.

Die Teilnehmenden von “EUT-Berufspraxis” in der Aula der Hochschule für Technik. Bild: KE.
Peter Stuber mit Barbara Meier, Simon Althaus und Lukas Voramwald. Bild: KE.

(Klaus Eisele) Peter Stuber, EUT-Studiengangleiter und Moderator, wartete gespannt auf die Eröffnung des Anlasses. Da zum ersten Mal keine Anmeldungen erforderlich waren, wussten die Veranstalter nicht, wie viele EUTler sich die Zeit für den Abend nehmen. 50 ehemalige und aktive Studierende kamen – und Stuber stellte zufrieden fest: “Es sind Vertreterinnen und Vertreter aller Jahrgängen seit 2011 anwesend!”

Drei Referate – drei verschiedene Berufswelten

Der erste Referent, Lukas Voramwald, äusserte Zufriedenheit über seine Arbeit. «Ich muss jetzt nur noch 30 werden, um Teilhaber von Chestonag Automation werden zu können», schloss er den Vortrag.

Barbara Meier berichtet: Sie habe im Studium die Leidenschaft, mit der die Dozierenden unterrichteten, begeistert. Mit ähnlicher Leidenschaft trug sie ihr bisheriges Berufsleben vor. Nachdem sie Elektroplanerin gelernt und EUT studiert hatte, wollte sie endlich «handfeste» Dinge tun, und wurde Prüffeldingenieurin bei Pfiffner. Dort konnte sie mit grossen Stromwandlern hantieren. In der Zwischenzeit ist sie bei Axpo und arbeitet dort als Teilprojektleiterin für Sekundärtechnik für Unterwerke (Umspannwerke).

Simon Althaus, angestellt bei Jobst Willer Enngineering AG, schilderte Anhand einiger Projektbeispiele seine Arbeit. Für das Inselspital in Bern mit 40 Gebäuden, mit 3500 Anlagen- und Prozessbildern und 80000 Datenpunkten wie z.B. Temperaturen und Ventilstellungen wird das bisherige Leitsystem durch ein neues ersetzt.

Gespräche danach

Peter Stuber bedankte sich nach den drei Referaten bei den Vortagenden und zeigte zum Schluss einige Stellenangebote für EUT-Studierende. Nach erstem Anstehen am Apero ergaben sich spannende und fast nicht endende Gespräche unter allen Teilnehmern.

Andrang am Apero-Buffet nach den drei Vorträgen. Bild: KE.
May 01

In Basel und Bern sind in diesen Tagen zahlreiche gelbe “Boxen” zu sehen. Es findet eine Werbekampagne für den Studiengang Energie- und Umwelttechnik statt. Ziel dabei ist es, junge Städterinnen und Städter auf die Studienmöglichkeit in Windisch aufmerksam zu machen.

Velostation des Bahnhofs Basel: zwei gelbe Boxen werben für EUT. Bild: Ramon Hofer.
Veloständer am Petersplatz Basel: Werbung auf dem Gepäckträger. Bild: Ramon Hofer.

Apr 30
Lukas Voramwald, Ingenieur bei Chestonag Automation, bei der Arbeit. Bild: ZVG.

Lukas Voramwald arbeitet als Projektleiter bei Chestonag Automation. Dort ist er verantwortlich für Automationsprojekte. Sein Alltag ist vielfältig: Von der Offerte bis zur Optimierung einer Anlage macht er alles. Als Absolvent referiert er am 10. Mai am Anlass «EUT-Berufspraxis».

«Manchmal läuten Handy und Festnetztelefon gleichzeitig», sagt Lukas Voramwald. Vor rund fünf Jahren hat er sein Studium der Energie- und Umwelttechnik abgeschlossen. Seither ist er beim Ingenieur- und Software-Unternehmen Chestonag Automation tätig und realisiert Automationsprojekte für Kläranlagen. Zwar ist er jeweils primär für ein Grossprojekt zuständig – aber manchmal ruft auch ein ehemaliger Auftraggeber wegen einer Optimierungsfrage an. Und dann klingeln eben zwei Telefone gleichzeitig. Aber das sei nicht weiter schlimm. «Hauptsache, Kundin und Kunde sind am Ende zufrieden.»

Vorliebe für Physik

Bereits in der Berufsmaturitätsschule, die er während seiner Lehre als Elektromonteur absolvierte, hatten es ihm die Physik angetan. Im Studium schliesslich mochte er die Thermodynamik und ihre Anwendungen. Hier seien ihm «einige Lichter» aufgegangen. Beim Berufseinstieg half ihm zudem der gut gefüllte Projektrucksack aus der EUT-Ausbildung. «Man muss als Projektleiter mit den Leuten reden», sagt er, «und dies lieber einmal zu viel als zu wenig.»

Prozesse genau analysieren

Für seinen Job gebe es kein perfektes Studium, sagt Voramwald rückblickend. Als Neuling in der Firma musste er sich in Informatik weiterbilden, SPS programmieren. «Das ist enorm wichtig bei uns.» Als Elektromonteur wusste er jedoch, wie die Elektroschemata zu lesen sind – und als EUTler war er beim Berufseinstieg fähig, Prozesse genau anzuschauen und zu analysieren. Seine Stärken will er auch künftig im Bereich der Automation einsetzen: «Ich bin hier sehr zufrieden.»

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Hinweis Kolloquium EUT-Berufspraxis

Freitag, 10. Mai 2019, 17.15 Uhr, FHNW, Windisch, Aula 3.-111

Es referieren Absolvierende des Studiengangs «Energie- und Umwelttechnik»: Lukas Voramwald, Chestonag Automation AG, Barbara Meier, Axpo Grid AG, Simon Althaus, Jobst Willers Engineering AG.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Apr 17
EUT-Studenten Gabriel Ackermann, Fabian Fankhauser, Dardan Bajrami, Diego Mäder und Lukas Schoepke vor dem Windkraftwerk in Ellensburg (Washington). 

“From Waste to Wealth” war das Thema der diesjährigen Reise von connectUS der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Fünf Studenten des Studiengangs Energie- und Umwelttechnik schlossen sich der diesjährigen Delegation an und bereisten zwischen 28.3. und 13.4. mehrere Städte Nordamerikas. In New York gab’s eine Visite bei Google, in Los Angeles bei der berühmten Hochschule UCLA, in Seattle waren die Studierenden zu Besuch bei KPMG und in Vancouver wurden sie auf dem Schweizer Konsulat empfangen. Für die EUT-Studenten besonders spannend war unter anderem der Besuch des Windkraftwerks “Wild Horse” in Ellensburg, das 149 Windräder umfasst (273 MW installierte Leistung).

Apr 16
Die Studiengangleitung bespricht mögliche Revisionen der Modultabelle, v.l.n.r. Christoph Gossweiler, Concetta Beneduce (Stv.) und Peter Stuber (Stv.).

Der Studiengang Energie- und Umwelttechnik (EUT) wird diesen Sommer acht Jahre alt. Was ist gut daran, was muss man verbessern? Der Studiengangleiter Christoph Gossweiler spricht über Qualität und Verbesserungsmöglichkeiten des Studiengangs. Und er schildert, wie ein Studium in Energie- und Umwelttechnik ab 2020 aussehen soll.

Frage an den Messtechniker: Wie ermittelt man, ob ein Studiengang gut ist?

(Christoph Gossweiler überlegt lange.) Ist ein Studiengang gut, wenn die Leute, die ihn absolvieren, das so beurteilen? Oder ist ein Studiengang gut, wenn die Abgängerinnen und Abgängerinnen entsprechend bewerten? Oder sind es die Dozierenden? Oder die Arbeitgeber in der Wirtschaft? Wenn alle vier – also Studierende, Absolvierende, Dozierende und die Arbeitswelt – auf die Frage, ob der Studiengang denn gut sei, mit «JA» antworten, dann ist ein Studiengang wohl wirklich gut.

Was sagen denn die Studierenden über ihren Studiengang «Energie- und Umwelttechnik»?

Grundsätzlich gefällt ihnen ihr Studium. Das ist wichtig. Denn wenn es ihnen gut geht, dann sind sie motiviert – und bilden eine lernende Gemeinschaft. Dazu gehören übrigens auch wir Dozierenden. Natürlich aber gibt es verschiedene Punkte, die wir verbessern müssen. Dazu sage ich nachher noch mehr!

Und wie sieht es mit den anderen Gruppen aus?

Die Abgängerinnen und Abgänger laden wir jedes Semester ein zu «Berufspraxis EUT». Sie melden uns, dass sie fachlich breit aufgestellt sind, systematisch arbeiten und kritisch denken gelernt haben. Dadurch hätten sie im Job gut Tritt fassen können. Ihre wichtigste Aussage ist, dass die Projektschiene bei der Praxisanwendung viel geholfen hat. Das ist eine enorm wichtige Aussage, denn hier steckt viel Energie von unserer Seite drin.

Auch die Dozierenden befragten wir, zum Beispiel an der letzten Klausurtagung der Hochschule. Wenn Unterricht Spass macht, dann überträgt sich das. Für die Gruppe der Arbeitgeber haben wir keine systematische Befragung vorliegen. Deshalb müssen wir vermehrt auf Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitswelt zugehen. Momentan sind die Feedbacks der Expertinnen und Experten der Bachelor-Thesen wichtig: Sie beurteilen, ob ein Student, eine Studentin mit diesem Fachwissen in der Wirtschaft bestehen wird oder nicht.

Das ist schliesslich das Ziel jeder Ausbildung. Sie soll so gestaltet sein, dass Absolvierende damit in der Wirtschaft brillieren können!

In der Tat! Wenn die Marke EUT bekannt ist, dann funktioniert sie. Wir wissen von 12 Firmen, die bereits mehrere unserer Absolventen eingestellt haben.

Soweit scheint der Studiengang ja alles richtig zu machen. Ihr habt unter dem Titel «EUT 2020» jedoch eine Überarbeitung des Studiengangs in Planung. Was verbirgt sich hinter diesem Titel?

Unser Studiengang ist jung. 2011 trat der erste Jahrgang ein, 2014 wurde EUT eidgenössisch anerkannt (akkreditiert), 2015 haben wir das Studienprogramm ein erstes Mal überarbeitet. Dazu trugen übrigens die Feedbacks der Studierenden viel bei. Die Welt der Energie- und Umwelttechnik ist im Wandel, das Fach ist jung. Ein Studiengang muss am Puls der Zeit bleiben. Deshalb steht nun die nächste Revision an, die 2020 in Kraft tritt.

Was sind die wichtigsten Punkte dieser Revision?

EUT hat viel Pionierhaftes. Die Evaluationen, aber auch die Austausche mit der Fachcommunity haben gezeigt, dass der Studiengang zwingend interdisziplinär bleiben muss. Sehr populär ist die Vertiefung «Energie in Gebäuden», die wir zusammen mit der Hochschule für Architektur, Geomatik und Bau (HABG) der FHNW in Muttenz führen. Denn 45% des Energieaufwandes in der Schweiz werden in Gebäuden umgesetzt. Wichtig sind aber auch die Bereiche Ressourceneffizienz und Wirtschaft. Wer mit technischen Neuerungen erfolgreich sein will, muss die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gut kennen. Die Vertiefung «Umwelt und Management» bieten wir seit 2011 an, sie wird aber von unseren Studierenden noch nicht so häufig gewählt.

Und wie lässt sich das verbessern?

Die gesamte Vertiefung «Umwelt und Management» wir neu positioniert, die Module in Ökonomie angepasst, der Bereich Cleantech einbezogen. Die beiden Gebiete Umweltmanagement und Cleantech sind eng miteinander verbunden, darauf werden wir Bezug nehmen. Zudem soll der Einstieg für Leute mit kaufmännischer Ausbildung attraktiver werden. Und daran schliesst der zweite Fokus von «EUT 2020» an: Quereinsteigerinnen und -einsteiger müssen einen leichteren Start erhalten. Wir verbessern die Konvergenz, bieten also für Technikerinnen eine Ökonomie-Ausbildung an und für Berufsmaturanden aus den kaufmännischen Richtungen technische Grundlagen.

Und welche Vision verfolgt die Studiengangleitung damit?

Durch «EUT 2020» verspüren die Studierenden Lust und Freude daran, sich mit den Themen Cleantech, Wirtschaft und Management auseinanderzusetzen. Weil sie interdisziplinär arbeiten können, verstehen sie gesellschaftliche Prozesse und können dadurch in Wirtschaft und Verwaltung Wirkung erzielen. Persönlich wünsche ich mir, dass die schon jetzt bestehende Community of Learning bestehen bleibt und die Studentinnen und Studenten Freude an ihrer Ausbildung haben.

Apr 12
Das Porträt zu Léa Hug in der “Zürichsee Zeitung”.

Im Studiengang ist Léa Hug dafür zuständig, die Vertiefung “Umwelt und Management” zu profilieren. Und sie betreut Studierendenteams in der Projektschiene. Seit vergangenem Herbst ist sie zudem verantwortlich für einen Naturgarten hoch über dem Zürichsee. Dazu hat die “Zürichsee Zeitung” kürzlich berichtet. Den Artikel kann man hier lesen.