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Äthiopisches Festessen als Dank für Projektarbeit

09.04.2017 by

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Elfinesh Grimm-Banti schöpft von ihr gekochtes äthiopisches Essen und der EUT-Student Joel Gloor erklärt, wie man das Essen “anpackt”, ohne schmutzige Finger zu bekommen.

 

(KE) Wie kann ein äthiopisches Dorf mit sauberem Trinkwasser versorgt werden? Fünf EUT-Studierende haben 2016 während zweier Semester für mehrere Dörfer in Zentraläthiopien Antworten auf diese Frage gesucht. Entstanden sind dabei ein Detailkonzept, eine Umsetzungsanleitung und ein Konzept für den Know-how-Transfer nach Äthiopien.

Speisen ohne schmutzige Finger

Auftraggeber dieses Projekts war der Verein Elfinesh. Ende März lud er die beteiligten Studenten und die für das Projekt verantwortlichen Dozentinnen und Dozenten nach Wetzikon zum äthiopischen Abendessen ein. Köchin war die „Vereinsmutter“ und Äthiopierin Elfie. Der EUT-Student Joel Gloor, der während des Projektes die zentraläthiopischen Dörfer besuchte, erklärte seinen Kollegen die äthiopischen Essenstechniken. Und er war der einzige, der es schaffte, die Finger sauber zu halten.

Anlässlich des Festessens erhielten die EUTler eine Auszeichnung für ihren ausserordentlichen Einsatz: Weil sämtliche Berichte für den Wissenstransfer auf Englisch verfasst wurden, übergab Karen Schrader, Englischdozentin, ein Zertifikat für die Leistung.

Bald äthiopischen Besuch in Windisch?

Auf seiner Reise in Äthiopien hatte Joel Gloor das Ziel, unter anderem den jungen Äthiopier Biruk mit den Überlegungen der Schweizer Studierenden bekannt zu machen. Damit Know-how-Transfer effektiv stattfindet, soll Biruk diesen Sommer an der Hochschule für Technik FHNW die angehenden Energie- und Umwelttechnik-Studierenden besuchen.

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Der Verein Elfinesh

Der Verein Elfinesh fördert seit 2002 das Bildungswesen und die Entwicklung von Landwirtschaft und Gewerbe im äthiopischen Hochland im Meger-Gurage-Gebiet. Das Engagement des Ehepaars Elfinesh und Heiri Grimm-Banti für Bildung in den Dörfern in Zentraläthiopien hat aber bereits in den 1980er-Jahren begonnen. Informationen: www.elfinesh.ch.

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„Das ist ein echtes EUT-Projekt“

31.03.2017 by

Kann die Badener Altstadt mit Energie aus der Limmat beheizt werden? Diese Frage untersuchte ein EUT-Team unter Leitung von Andreas Huber im Herbstsemester. Die Antwort: Ja, das geht! –Im laufenden Semester erstellt nun ein neues Team aus angehenden Energie- und Umwelttechnik-Ingenieuren ein Betreiberkonzept für einen Wärmeverbund in Baden. Verantwortlich für den reibungslosen Verlauf ist nun Philipp Tschannen.

 

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Wichtig ist der Wissenstransfer: Philipp Tschannen und Andreas Huber tauschen sich über das Projekt aus. 

 

Der ehemalige und der neue Projektleiter sprechen über die Herausforderung einer Projektübergabe und über das notwendige Fachwissen, um eine knifflige Fragestellung zu lösen.

 

Herr Tschannen, wie sind die ersten Wochen im Projekt „Wärmeverbund“ gelaufen?

Gut! Wir konnten auf die wichtigsten Grundlagen zurückgreifen und jetzt geht’s wirklich um die Sache. Es handelt sich hier um ein klassisches Analyseprojekt – ganz handfest. Wir können an der Dimensionierung der Wärmepumpe arbeiten.

Herr Huber, was denken Sie rückblickend über das Projekt?

Das Projekt finde ich so spannend, dass ich eigentlich am liebsten noch dabei wäre. Das ist ein echtes EUT-Projekt! Unser Team hat viel Recherche betrieben, wir haben den gesamten Wärmebedarf der Altstadt ausgerechnet und drei Grobkonzepte eines Wärmeverbunds erstellt.

Bei der Übergabe eines solchen Projekts ist der Wissenstransfer zentral. Wie gewährleisteten Sie diesen?

Huber: Wir haben dem neuen Team alle unsere Unterlagen übergeben. Zu Beginn des Semesters tauschten wir uns in Sitzungen aus. Auch jetzt in Woche 7 spreche ich wöchentlich mit dem neuen Projektteam und überlege, wie man zum Beispiel Berechnungen machen könnte, worauf man achten muss.

Tschannen: In einem solchen Projekt ist es wichtig, immer einen Wissensträger zu übernehmen. Sonst verliert man viel Zeit, weil man unnötige oder bereits getätigte Arbeiten macht. Gut, dass wir einen guten Austausch mit dem ehemaligen „Wärmeverbund“-Team haben!

Welche Fachexpertise brauchten Sie im letzten Semester, welche im laufenden Semester?

Huber: Für uns waren die Inhalte des Faches Gebäudephysik absolut zentral. So konnten wir den Wärmebedarf der Stadt berechnen. Auch Fluidmechanik brauchten wir, um die Auslegung der Wärmepumpe zu berechnen.

Tschannen: Die Resultate aus dem Projekt im letzten Semester erachten wir als gegeben. Momentan schaut ein Kollege das Skript „Technische Thermodynamik“ durch ­– diese Grundlagen brauchen wir, wenn wir ein Betreiberkonzept erstellen wollen.

Blicken Sie 15 bis 20 Jahre in die Zukunft…

Tschannen: Es ist schon knifflig… Wir haben einen guten Erzeuger – Limmat und Heizzentrale –, aber die Altstadthäuser sind schlechte Verbraucher. Bei Neubauten wäre das Heizen aus der Limmat kein Problem. Das Beispiel der Siedlung „Webermühle“ in Neuenhof zeigt’s: Hier wurde eine alte Siedlung komplett saniert und sie funktioniert nun als Wärmeverbund!

Huber: Ich formuliere eine Vision: In 15 Jahren soll ein Teil der Altstadt mit Energie aus der Limmat beheizt werden!

Tschannen: Es wäre schön, wenn genügend Geld und der politische Willen da wären, um unser Konzept umzusetzen. Natürlich braucht es bis dahin viele Zwischenschritte…!

 

Am Bodensee fährt vielleicht bald eine Batterielok

15.02.2017 by

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Klaus Eisele präsentiert die Resultate der Studie zur Bodenseegürtelbahn einem grossen Gremium (Januar 2017).

 

(ke) Muss eine heute dieselbetriebene Strecke zwingend durch eine moderne S-Bahn mit Oberleitung ersetzt werden? Diese Frage stellte sich auch Anselm Neher, Bürgermeister von Sipplingen am Bodensee, wo nur dieselbetriebene Züge fahren. Das Nordufer des Sees ist eine der schönsten Kulturlandschaften Deutschlands und Tourismusmagnet. Eine neue Oberleitung, wie wir sie bei den Bahnen in der Schweiz kennen, würde die Landschaft umgestalten – und sich womöglich zum touristischen Nachteil entwickeln.

Im Gespräch mit Leo Widenhorn von ABB Schweiz und Klaus Eisele, Projektverantwortlicher EUT, entstand aufgrund dieser Ausgangslage die Idee für ein Studiensemesterprojekt. Im Sommersemester 2016 untersuchten vier Studierende (A. Fricker, D. Graf, P. Häfliger, L. Waldburger), wie ein Zug elektrisch, aber ohne Oberleitung betrieben werden könnte.

Das Resultat: Ein Batteriezug lohnt sich!

Die Studierenden erstellten zuerst Fahrprofile der Züge auf der Strecke von Radolfzell nach Friedrichshafen und errechneten daraus die Energieverbräuche inklusive der Nebenverbräuche. Mit dem Energieverbrauch und den Leistungsansprüchen wurden die Batterie- und Ladesysteme konzipiert. Da sich machbare Batteriekonzepte und Ladesysteme ergaben, lohnte es sich, die Wirtschaftlichkeit zu prüfen. Mit grosser Unterstützung seitens ABB gelang auch dieser Schritt.

Das Resultat: Das Team zeigte auf, dass es technisch möglich ist, am Nordufer des Bodensees einen Batteriezug fahren zu lassen. Auch wirtschaftlich lohnte sich ein Batteriezug im Vergleich zum Betrieb mit Oberleitungen.

Diskussion über die Umsetzung im Gang

Die Studie wurde begeistert aufgenommen. Im Januar 2017 stellte Klaus Eisele die Resultate dem Interessenverband Bodenseegürtelbahn, bestehend aus  Landräten, beteiligten Bürgermeistern, Verkehrsministerium und anderen lokalen Interessenverbänden vor. Eine lebhafte Diskussion führte zum Entscheid, dass im Abschlussdokument des Projekts die Formulierung von „Elektrifizierung der Bodenseegürtelbahn“ zu „Entdieselung“ bzw. „Offenheit für das Antriebssystem“ geändert wurde (schwäbische Online-Zeitung vom 25.01.2017: Wunsch: Ein IRE und zwei Regionalbahnen).

Ein batteriebetriebener Zug wäre gemäss der neu formulierten Bestimmung umsetzbar. Nun beginnt die politische Überzeugungsarbeit. Im kommenden März sind die EUT-Studierenden eingeladen, ihre Resultate vor Gemeinderäten der Region zu präsentieren.

 

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Im Gespräch mit Interessierten (Januar 2017). Die Bürgermeister Bodmann-Ludwigshafen und Sipplingen (v.l.n.r.). Im Hintergrund ist das Poster des EUT-Teams zu sehen.  

Ein nachhaltiges Musikfestival

04.02.2017 by

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In diesen Tagen findet das “One of a Million”-Musikfestival in Baden statt. Und die siebte Ausgabe des Festivals wartet mit einer besonderen Neuigkeit auf: Es ist CO2-neutral. Geleitet wird das Nachhaltigkeitsressort des Festivals von Moritz Meier, Absolvent EUT 2016. In einem Interview mit der “Rundschau Süd” gibt er Auskunft über die Emissionen des Festivals und wie diese vermindert und kompensiert werden. Die grössten Emissionen entstünden bei der Anreise der Künstler, sagt er, und “den Strom für das ganze Festival beziehen wir aus lokalen und erneuerbaren Quellen”.

Hier geht’s zur Ausgabe der “Rundschau Süd” mit dem Interview auf Seite 5: http://www.effingermedien.ch/fileadmin/daten/g_Meta/a_ePaper/RundschauSued/2017-05_Rundschau_Sued.pdf

Das Nachhaltigkeitskonzept des “One of a Million”-Musikfestivals findet sich hier: http://ooam.ch/musikfestival/venues/nachhaltigkeit/.

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Ein nachhaltiges Konzert: Musik am Eröffnungsabend des “One of a Million”-Festivals. ZVG.

Zug um Zug: Wieviele Zigistummel landen auf den Geleisen?

31.01.2017 by

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Das Projektteam “Zug um Zug”: Thomas Zbinden, Lukas Schoepke, Beat Reichlin, Fabian Schnyder und Zoë Strässle.

 

Die Bilanz ist ernüchternd: Von 100 am Bahnhof gerauchten Zigaretten werden nur 33 in den Aschenbecher geworfen. 66 davon landen auf dem Perron oder im Gleisbett. Das ist der erste Befund eines P1-Projektteams aus dem Studiengang Energie- und Umwelttechnik. Für diesen Teil der Untersuchung hat die SBB am Bahnhof Basel ein überdachtes Geleise zur Verfügung gestellt – und die Teammitglieder zählten einen Nachmittag lang Stummel aus.

Eine Menge Schadstoffe

Wie schädlich sind eigentlich diese weggeworfenen Zigarettenstummel? So die nächste Arbeitsfrage. Das Team unter Leitung von Beat Reichlin untersuchte im Hauptteil ihres Projekts auch die Schadstoffe in einem Zigarettenstummel. Nikotin, Aluminium, Cadmium, Blei und Arsen befinden sich in den Zigarettenresten. Je nach Bau des Bahnhofs würden diese Schadstoffe durch den Regen aus den Stummeln gewaschen. Allerdings überschritten diese Schadstoffe keine Grenzwerte, kommt das Team zum Schluss.

Hoffnung auf ein Folgeprojekt

“Ein schöner Anblick sind diese Zigarettenstummel aber nie”, sagt Reichlin. Eine Umfrage bei hundert Raucherinnen und Rauchern ergab weiter, dass rund ein Viertel davon Rauchersektoren an Bahnhöfen begrüssen würden. In diesen Sektoren stünden mehr Aschenbecher als dies gegenwärtig an Bahnhöfen der Fall ist. “Die SBB zeigte sich interessiert an unseren Ergebnissen”, sagt Reichlin weiter. Klaus Eisele, Verantwortlicher für die Projektschiene Energie- und Umwelttechnik, freut sich über das Projekt: “Es ist innovativ und untersucht ein tatsächliches Problem an unseren Bahnhöfen.” Er hofft nun, ein Folgeprojekt für die Projektschiene zu akquirieren.

 

Infografik

Die Infografik zeigt: Nur 1/3 der gerauchten Zigaretten landen im Aschenbecher.

Flaschenwasser ökologisch nicht vertretbar

02.12.2016 by

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Wettbewerbsgewinnerin und -gewinner vor ihrem Poster, v.l.n.r: Projektleiter Simon Strebel, Jan Stamm, Dominik Puder, Alvaro Obregon und Armenuhi Brändlin.

 

Ist Wasser ab Leitung oder aus der Flasche ökologischer? Diese Frage stellte sich die Projektgruppe EUT-HS16-04 für ihr P1-Projekt. Und ihre Projektidee sowie ihr Poster fanden an der Ausstellung zum Ende der Projektwoche Anklang. Im Wettbewerb haben sie heute die Gunst aller Kolleginnen und Kollegen aus den Studiengängen Wing und EUT am ehesten gewinnen können. Von den insgesamt 17 Postern erhielt ihr Poster die meisten Stimmen. Herzliche Gratulation!