Energie- und Umwelttechnik

May 14

“Wenn wir das 1,5- oder das 2-Grad-Ziel erreichen, dann können wir den Schaden massiv eingrenzen”, sagte Gabriela Blatter vom Bundesamt für Umwelt (BfU) anlässlich ihres heutigen Referates im Campus Brugg-Windisch. Rund 50 EUT-Studierende und -Dozierende waren gekommen, um den Ausführungen der Hauptverhandlerin der Schweiz für internationale Klimafinanzierungsfragen beizuwohnen.

Gabriela Blatter referiert über die Verhandlung in Kattowice im Dezember 2018. Bild: RW.

Wie sehen die politischen Bemühungen, den Klimawandel abzuwenden, konkret aus? Wie verläuft eine erfolgreiche Verhandlung? Wie kommt man zu einem Konsens? Blatter hat die Antworten auf diese Fragen alle “on the job” gelernt, wie sie selber sagte.

Der Zertifikaktenhandel als Knacknuss

Nach einem kurzen Überblick über die Welt-Klimakonferenzen seit 1979 ging Blatter bei ihrem Referat vertieft auf die Konferenzen in Paris 2015 und Kattowice 2018 ein. Das Abkommen von Kattowice ist für Blatter erfolgreich. – Mit der Ausnahme der Uneinigkeit bezüglich der Marktmechanismen. Sollen Doppelzählungen bei Kompensationszertifikaten gelten? Diese Diskussion ist nach wie vor zu führen.

Die Führung solcher Diskussionen ist denn auch die grosse Kunst der Verhandlerin, die an der ETH Chemie studiert hat. Sie habe 35 Arten von “Nein” im Repertoire. In den Verhandlungen werde aus einem sanften Nein häufig doch noch ein Ja. Zudem sei eine gute – auch persönliche – Beziehung zu den Verhandlungspartnern entscheidend. So entsteht Vertrauen und schliesslich die Möglichkeit für erfolgreiche Verhandlungen. “Verhandlungsführung ist 90% zuhören und 10% sprechen”, sagt Blatter.

Ein bisschen wie Poker

Die Fragen der Studierenden zielten denn auch auch auf die Inside-Stories ab. Was sagt man an einer Verhandlung und was nicht? Wer bezieht zu welchen Themen Stellung? Wie vereint man die persönliche Meinung mit der Position des Landes? “Wenn ich Klimaleugnerin wäre, würde ich wohl nicht in dieser Delegation arbeiten”, sagte Blatter augenzwinkernd. Sie schätzt, dass sie hinter rund 90 Prozent der Positionen, die sie vertreten muss, steht. Die Schweiz dürfe durchaus ambtionierter sein, findet sie. “But we’ll geht there.”

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