Himalaya im Oberengadin

17.03.2018 by

Vergangene Woche traf sich der EUT-Student Pascal Meinen mit dem indischen Mathematiker Suryanarayanan Balasubramani, kurz auch Surya. Der Grund: Kleine Eis-Bauwerke am Fusse des Morteratsch-Gletschers, zu denen Pascal Meinen seine Bachelor-Thesis schreibt. In der “Ice Stupa Village” im Oberengadin wird über jeden Winter fast eine Million Liter Wasser zu Eis gespritzt. Die Eis-Kegel bilden ein Süsswasserreservoir für die trockenen Sommer. Die Idee für diese Kegel kommt aus dem Himalaya.

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Eis-Kegel namens Ice Stupa in Ladakh, Himalaya, und in Morteratsch, Engadin. Die Kegel speichern im Winter Wasser für die trockenen Sommer. Bilder: Dadul Lobzang, Ice Stupa Project; ZVG P.M. 

Das Treffen am letzten Samstag diente dazu, über die Forschungsdesiderate Suryas zu sprechen: “Wir haben uns unter anderem über Ziele meiner Bachelor-Thesis unterhalten”, sagt Meinen. Er hat sich bereits seit letztem Sommer in die Thematik der Ice Stupas eingearbeitet. Solche Eis-Kegel werden  im niederschlagsarmen und sehr kalten Ladakh (Himalaya) seit mehr als einem Jahrhundert gebaut: Die Inder spritzen im Winter Wasser zu Eis und brauchen es im Frühjahr für die Bewässerung der Felder.

Aus Indien stammt auch der Name “Stupa” – Sanskrit für tibetische religiöse Bauwerke, denen diese Eis-Hügel sehr ähnlich sehen. Diese Idee haben die Initianten der “Ice Stupa Village” für das Engadin übernommen.

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Selfie mit dem indischen Forscher: Surya und Pascal in Zürich. Bild: ZVG P.M.

Surya Balasubramani ist verantwortlich für ein Forschungsprojekt zu den Lebenszyklen der Ice Stupa in der indischen Hochebene Ladakh. Er wohnt in Nordindien und ist häufig unterwegs in Europa, wo er auch die Entwicklung im Engadin mitverfolgt. Diese Woche hat er in Amsterdam mit potenziellen Gründern einer Ice-Stupa-Firma unterhalten und hat auf dem Weg dorthin auch der Schweiz einen Besuch abgestattet. Gegenwärtig ist er daran interessiert, die Düsen zum Einspritzen des Wassers zu optimieren und genau zu untersuchen.

Pascal Meinen indes wird sich für seine Thesis damit beschäftigen, wie man verhindern kann, dass die Leitungen während der eisigen Wintertage nicht einfrieren. Er hat nun bis August 2018 Zeit, Vorschläge zu erarbeiten.

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