Archive for February, 2017

Am Bodensee fährt vielleicht bald eine Batterielok

15.02.2017 by

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Klaus Eisele präsentiert die Resultate der Studie zur Bodenseegürtelbahn einem grossen Gremium (Januar 2017).

 

(ke) Muss eine heute dieselbetriebene Strecke zwingend durch eine moderne S-Bahn mit Oberleitung ersetzt werden? Diese Frage stellte sich auch Anselm Neher, Bürgermeister von Sipplingen am Bodensee, wo nur dieselbetriebene Züge fahren. Das Nordufer des Sees ist eine der schönsten Kulturlandschaften Deutschlands und Tourismusmagnet. Eine neue Oberleitung, wie wir sie bei den Bahnen in der Schweiz kennen, würde die Landschaft umgestalten – und sich womöglich zum touristischen Nachteil entwickeln.

Im Gespräch mit Leo Widenhorn von ABB Schweiz und Klaus Eisele, Projektverantwortlicher EUT, entstand aufgrund dieser Ausgangslage die Idee für ein Studiensemesterprojekt. Im Sommersemester 2016 untersuchten vier Studierende (A. Fricker, D. Graf, P. Häfliger, L. Waldburger), wie ein Zug elektrisch, aber ohne Oberleitung betrieben werden könnte.

Das Resultat: Ein Batteriezug lohnt sich!

Die Studierenden erstellten zuerst Fahrprofile der Züge auf der Strecke von Radolfzell nach Friedrichshafen und errechneten daraus die Energieverbräuche inklusive der Nebenverbräuche. Mit dem Energieverbrauch und den Leistungsansprüchen wurden die Batterie- und Ladesysteme konzipiert. Da sich machbare Batteriekonzepte und Ladesysteme ergaben, lohnte es sich, die Wirtschaftlichkeit zu prüfen. Mit grosser Unterstützung seitens ABB gelang auch dieser Schritt.

Das Resultat: Das Team zeigte auf, dass es technisch möglich ist, am Nordufer des Bodensees einen Batteriezug fahren zu lassen. Auch wirtschaftlich lohnte sich ein Batteriezug im Vergleich zum Betrieb mit Oberleitungen.

Diskussion über die Umsetzung im Gang

Die Studie wurde begeistert aufgenommen. Im Januar 2017 stellte Klaus Eisele die Resultate dem Interessenverband Bodenseegürtelbahn, bestehend aus  Landräten, beteiligten Bürgermeistern, Verkehrsministerium und anderen lokalen Interessenverbänden vor. Eine lebhafte Diskussion führte zum Entscheid, dass im Abschlussdokument des Projekts die Formulierung von „Elektrifizierung der Bodenseegürtelbahn“ zu „Entdieselung“ bzw. „Offenheit für das Antriebssystem“ geändert wurde (schwäbische Online-Zeitung vom 25.01.2017: Wunsch: Ein IRE und zwei Regionalbahnen).

Ein batteriebetriebener Zug wäre gemäss der neu formulierten Bestimmung umsetzbar. Nun beginnt die politische Überzeugungsarbeit. Im kommenden März sind die EUT-Studierenden eingeladen, ihre Resultate vor Gemeinderäten der Region zu präsentieren.

 

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Im Gespräch mit Interessierten (Januar 2017). Die Bürgermeister Bodmann-Ludwigshafen und Sipplingen (v.l.n.r.). Im Hintergrund ist das Poster des EUT-Teams zu sehen.  

Ein nachhaltiges Musikfestival

04.02.2017 by

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In diesen Tagen findet das “One of a Million”-Musikfestival in Baden statt. Und die siebte Ausgabe des Festivals wartet mit einer besonderen Neuigkeit auf: Es ist CO2-neutral. Geleitet wird das Nachhaltigkeitsressort des Festivals von Moritz Meier, Absolvent EUT 2016. In einem Interview mit der “Rundschau Süd” gibt er Auskunft über die Emissionen des Festivals und wie diese vermindert und kompensiert werden. Die grössten Emissionen entstünden bei der Anreise der Künstler, sagt er, und “den Strom für das ganze Festival beziehen wir aus lokalen und erneuerbaren Quellen”.

Hier geht’s zur Ausgabe der “Rundschau Süd” mit dem Interview auf Seite 5: http://www.effingermedien.ch/fileadmin/daten/g_Meta/a_ePaper/RundschauSued/2017-05_Rundschau_Sued.pdf

Das Nachhaltigkeitskonzept des “One of a Million”-Musikfestivals findet sich hier: http://ooam.ch/musikfestival/venues/nachhaltigkeit/.

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Ein nachhaltiges Konzert: Musik am Eröffnungsabend des “One of a Million”-Festivals. ZVG.